Freitag, 21. August 2015

Unsere Märchenhochzeit - Episode 44 - Was die Hochzeitskerze sagt



Nachdem das Lied der Sängerin verklungen war, segnete der Pfarrer unsere Hochzeitskerze. 



Meine beiden Schwestern traten schließlich nach vorne denn sie hatten uns ein paar Worte zu unserer Kerze zu sagen.

Ja, genau diese Kerze, die im Vorfeld zu so viel Aufregung geführt hat und die Vorbereitungszeit wirklich nicht langweilig werden ließ, stand da nun vorne auf dem Altar. Sie war wunderschön und ich musste wirklich kurz mal schmunzeln, weil ich mir in dem Moment einfach dachte: Welch eine Aufregung und nun ist einfach alles gut, es ist einfach alles nur so wunderschön. Die Kerze war nun wirklich wunderschön geworden und ich war froh, dass es tatsächlich noch geklappt hatte und sie noch rechtzeitig kam.

Nachdem die Kerze gesegnet war, lasen meine beiden Schwestern einen wunderschönen Text dazu.

Das war für mich auch nochmal ein kleiner Höhepunkt, denn den Text haben wir uns wirklich gezielt in dieser Version ausgesucht und nicht den normalen Text der Hochzeitskerze gewählt, da hier nun einige Passagen enthalten waren, die einfach total zu uns passten u.a. dass wir ja immer wieder mal Phasen durchleben, in denen wir uns nicht ständig sehen können, weil mein Mann z.B. auf Dienstreise weg ist. Auch in der Vergangenheit hatten wir da ja schon einige Jahre hinter uns, in denen wir uns leider nur ziemlich spärlich sehen konnten. Da es auch in Zukunft immer wieder mal solche Zeiten geben wird, in denen wir berufsbedingt an zwei verschiedenen Orten sein werden, ist es für uns noch wichtiger, wirklich immer an den anderen zu denken und einander nah zu sein, auch wenn uns einige Kilometer trennen.

Meine Schwestern bedeuten mir beide einfach sehr viel. Daher wollte ich sie auch unbedingt gerne in den Traugottesdienst integrieren. Sie haben sich auch beide sehr gerne zur Verfügung gestellt, unseren Gottesdienst aktiv mitzugestalten, worüber wir uns beide wirklich sehr gefreut haben. Meine beiden Schwestern werden einfach immer einen besonderen Platz in meinem Leben haben.



Meine große Schwester machte den Anfang und las:



Was die Hochzeitskerze sagt!




Wir überreichen euch diese Kerze. Sie wird euch auf eurem gemeinsamen Weg begleiten. Mit ihrem Licht ruft sie euch immer wieder etwas zu. Zünden wir sie an und hören wir, was sie zu sagen hat.



Sie trat nun vor zum Altar und entzündete unsere Hochzeitskerze.



Anschließend lasen meine kleine und große Schwester im Wechsel weiter:




Sie strahlt Wärme aus! Auf diese Weise ruft sie euch zu:

Achtet darauf, dass eure Gefühle nicht abkühln. Gebt einander stets genug Wärme und Geborgenheit!



Man spürt ihre Nähe, selbst wenn man die Augen schließt. Und so ruft sie euch zu:

Genießt es einander nah zu sein. Auch, wenn ihr an verschiedenen Orten seid, wenn ihr euch nicht seht, so spürt dass der andere mit Gedanken, mit Gefühlen, mit seiner Liebe euch ganz nah ist.



Schaut in die Flamme, seht das frohe Leuchten. Es ruft euch zu:

Vergesst nicht, euch an jeden Tag mindestens einmal den Grund zur Freude zu geben, zur Freude, die eure Augen zum Leuchten bringt



Still, lautlos brennt die Kerze. Sie ruft euch auf diese Weise zu:

Mitten in aller Hektik, die ein gemeinsames Leben auch mit sich bringt, achtet darauf, immer wieder inne zu halten um stille Stunden miteinander zu verbringen,, in denen ihr di Liebe genießt.



Nach oben strebt das Licht der Kerze. Und sagt euch damit:

Bleibt aufrecht! Selbst, wenn ihr mal in Bedrängnis geratet, so lasst euch nicht unterkriegen, haltet zusammen, bleibt zusammen stark.



Feierlich ist das Licht der Kerze. Damit sagt sie euch:

Euer Leben sei ein Fest! Genießt es miteinander, lacht miteinander, freut euch des Lebens miteinander.



Das Licht der Kerze ist nicht grell; und es bringt doch einen hellen Schein in die Dunkelheit. Damit ruft euch die Kerze zu:

Wenn auch mal dunkle Stunden kommen, achtet darauf, euch immer wieder gegenseitig Mut und Kraft zu geben. Dann werden eure Herzen in jeder Situation hoffnungsvoll leuchten.



Ihr werdet diese Kerze nicht brauchen um Licht zu machen. Und doch möchte sie euch stets gute Dienste leisten. Zündet sie immer an und hört, was sie euch zuruft. Schaut sie an und seht jedes Mal auch dieses:


Wärme, Freude Licht gibt sie, ohne nach einer Gegenleistung zu fragen. Diese Kerze verschenkt sich bedingungslos an euch, wird dabei kleiner, opfert sich also für euch. Und damit ruft sie euch zu:


So sei eure Liebe: Seid füreinander da, freut euch aneinander, bringt auch Opfer füreinander, fragt nicht nach Gegenleistung, liebt einfach!




Wir waren beide auch hier wieder sehr ergriffen, es war einfach wunderschön.



Es folgte anschließend noch der Trausegen durch den Pfarrer und unsere beiden Trauzeugen durften nun auch noch offiziell unterschreiben, schließlich soll ja auch alles seine Gültigkeit haben.


Beim Trausegen musste ich wieder ein paar Mal schlucken, weil der Pfarrer da wieder so tolle Worte gewählt hat und es sich alles auf einmal so richtig und vollständig angefühlt hat. Seine Worte bedeuteten uns dass wir nun den Segen von ganz oben für unsere Ehe haben und das ist einfach etwas Wunderbares. Bisher waren wir ja schon 2 ½ Jahre standesamtlich verheiratet und ich dachte anfangs dass sich ja eigentlich nichts mehr ändert, aber nun fühlte es sich einfach noch intensiver und so richtig verbunden an. Das Schöne ist, dass mein Mann das hinterher auch genauso zu mir gesagt hat.

Die Trauung war somit also vollendet und zum Abschluss folgte noch  einmal ein Gemeindelied, nämlich „Liebe ist nicht nur ein Wort“. 






Während des Gemeindeliedes mussten mein Mann und ich uns immer wieder ungläubig ankucken und konnten es kaum fassen, dass wir jetzt tatsächlich kirchlich verheiratet waren. Bis dahin kam es uns vor, als wären im kompletten Gottesdienst grad mal 5 - 10 Minuten vergangen. Die Zeit ist so dermaßen an uns vorbei gehuscht und manchmal musste man sich richtig dran erinnern dass man das alles grad wirklich selbst erlebt, es war einfach so unheimlich beeindruckend alles dass es manchmal fast schon unwirklich war.



Nach dem Gemeindelied kamen schon die Fürbitten. Da haben sich die Kinder bereit erklärt was uns auch wirklchc sehr gefreut hat, denn wir wollten auch diese sehr gerne in unseren Traugottesdienst integrieren.



Fünf Fürbitten hatten wir ausgesucht und so standen die 4 Kids in ihren tollen Kleidern und Anzügen vorne und hatten ihren großen Moment.



Es war total schön wie sie das gemacht haben, auch wenn sie sich manchmal etwas verhaspelt hatten, aber das war einfach total menschlich und natürlich und daher gar nicht schlimm. Ich war einfach glücklich dass sie sich das überhaupt getraut haben und sie haben es einfach toll gemacht.

Total süß war, dass sich eine von ihnen so furchtbar angestrengt hat und aber gleichzeitig so aufgeregt war, dass die Stimme immer leiser und leiser wurde. Man hat sie im Prinzip nicht mehr verstanden aber alle in der Kirche waren auf einmal so mucksmäuschenstill, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Sehr faszinierend, wie sich auf einmal alle zusammengerissen haben um nicht mal zu räuspern damit sie ihre Fürbitte vorlesen konnte. Ich war trotzdem sehr stolz auf sie, denn ich hätte anfangs nicht gedacht dass sie sich überhaupt traut und fand es wirklich total süß.

Dies waren unsere Fürbitten:



Wir bitten für Martina und Stefan, dass sie glücklich werden in ihrer Ehe , dass ihr Leben miteinander voller Freude sei, dass Ihre Liebe wachse durch all die Jahre ihres Lebens, und sie immer wieder neu zueinander finden.


Für alle, die ihren Lebensweg bisher begleitet haben: für ihre Eltern,  für die Familie und für alle, die ihnen in Freundschaft verbunden sind: Lass sie weiterhin den Weg der beiden mit dem Rückenwind der Sympathie und der Hilfsbereitschaft begleiten.


Wir bitten für die Kinder, die wir dieser Ehe wünschen: Mögen sie in einer glücklichen Umgebung aufwachsen und ihren Eltern Freude und Erfüllung schenken. Schenke ihnen ein glückliches und erfülltes Leben



Wir bitten für diejenigen, die nicht mehr bei uns sind und diesen Tag gerne erlebt hätten, dass wir uns immer an sie erinnern, sie dadurch nicht vergessen lassen und dass sie stets ihre Hand beschützend über uns halten.



Für alle Menschen, denen es heute nicht so gut geht wie uns, die traurig oder verzweifelt sind: dass sie deine Hilfe erfahren dürfen.


Als nächstes kamen wir schon zur Gabenbereitung und Kommunion, dazu hatten wir zwei Gemeindelieder ausgesucht und zwar „Wenn das Brot das wir teilen“ zur Gabenbereitung und noch „Du bist heilig du bringst Heil“ (Sanctus).. denn wir hatten ja eine Brautmesse und somit auch die Eucharistiefeier.









Bei der Kommunion durften wir ja aus dem Kelch trinken, wir mussten vorher bestimmen, wer dann austrinken darf und da habe ich meinem Mann dann den Vortritt gelassen. ;)

Ich muss sagen, dass der Messwein wirklich lecker war, ich war ja immer schon neugierig ob da wirklich Wein drin ist und welcher.



Während der Kommunion spielte unser Organist dann Pachelbel-Kanon D-Dur.. das Lied hatte ich mir sehr gewünscht und war auch glücklich dass er gleich vorgeschlagen das während der Kommunion zu spielen, da er da eh ein längeres Musikstück bräuchte.




Und ich muss sagen ich war wieder total begeistert. Er hat so wunderschön gespielt, es war einfach nur toll!






Was wir nun beide hier auch wirklich genießen konnten: Wir hatten nun einfach mal die Gelegenheit, unsere Gäste zu beobachten, die ja an uns vorbeigingen. Das war das erste Mal dass so ein bisschen Druck abfiel und wir uns ein wenig fallen lassen konnten und einfach den Moment genießen und beobachten konnten. Wir mussten gar nichts tun, sondern konnten einfach nur zusehen.


Und da kam dann auch schon die Gewissheit und große Überraschung für mich: ich hatte mich beim Einzug nicht verschaut und mich nicht vertan.. da stand tatsächlich meine Jana.. ihr erinnert euch? Meine ehemalige Reitschülerin die ich seit einigen Jahren nicht mehr gesehen habe und die Hunderte von Kilometern von mir weg wohnt.. ich konnte es gar nicht glauben und sagte immer wieder zu meinem Mann: Kuck dir das an: die Jana ist da, wie kommt die denn hierher? Ich glaub es ja gar nicht.. aber irgendwie war ich viel zu perplex und noch viel zu sehr auf rosa Wolken von der Trauung um das richtig realisieren zu können..



Was ich nicht wusste und erst sah als wir die Fotografenbilder bekommen haben war, dass der Fotograf auch die Zeit während der Kommunion nutzte und mal kurz aus der Kirche raushuschte um das Geschehen dort schon mal für uns festzuhalten.. Wahnsinn, kann ich nur sagen… dann werde ich auch erfahren warum meine Blumenfee nicht in die Kirche kommen konnte und was sie eigentlich wirklich vor hatte.. 

Dazu schreibe ich jetzt aber noch nichts, denn ich musste auch bis nach der Trauung warten und ich möchte euch die Überraschung nicht verderben ;)
 
… also…  Psssssst… das erfahrt ihr dann wenn der Hochzeitsbericht in die Phase „nach dem Gottesdienst“ einsteigt.


Aber ich bin wirklich glücklich, dass der Fotograf kurz rausgehuscht ist denn diese Bilder hätte ich sonst ja nie zu Gesicht bekommen. ;)

Zum Trost gibt es noch ein schönes Foto, dass er auch von der Empore aus gemacht hat.. wahnsinn, wo unser Fotograf während des Gottesdienstes überall rumgekommen ist ;) 





Fortsetzung folgt.. 

 Fotos: Profifotos H. Pastyrik, Pegnitz ; privat

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