Dienstag, 18. August 2015

Unsere Märchenhochzeit - Episode 43 - JA



Der Pfarrer bat unsere beiden Trauzeugen, dies waren für mich meine große Schwester und für meinen Mann sein Vater, also mein Schwiegervater.

Auch er war erst ein wenig nervös, denn er stellte sich erst auf die falsche Seite aber der Pfarrer klärte ihn ganz dezent und freundlich auf so dass mein Schwiegervater auch den Platz neben meinem Mann fand.

Puh, jetzt war es so weit, meine Nerven lagen ziemlich blank und ich musste ständig richtig tief ein- und ausatmen um nicht in Schnappatmung zu verfallen und nicht ohnmächtig zu werden. Es kribbelte in mir wie verrückt, er war da, der Moment.

Der Pfarrer begann damit dass er uns sagte, dass wir nicht alleine hierhergekommen sind um den Bund der Ehe zu schließen sondern unsere Familie und Freunde mit hierher gekommen sind und sich in der Gemeinschaft der Kirche mit uns versammelt haben und auch Gott, der der Grundstock der Liebe ist auch hier mit bei uns ist um unseren neuen Lebensbund zusammenzufügen.

Es folgte nun die offizielle Befragung von uns beiden. Zuerst durfte – wie schon beim Standesamt damals – mein Mann alle Fragen beantworten, danach bekam ich dieselben Fragen gestellt.

So fragte er uns jeweils beide einzeln hintereinander, ob wir bereit waren und hierher gekommen sind um aus freiem Willen, nach reichlicher Überlegung und aus eigenem Willen jeweils mit dem Anderen Bund der Ehe zu schließen. Wir antworteten beide mit „JA“.

Dann fragte er uns jeweils, ob wir einander lieben, ehren, achten und einander die Treue halten wollten, alle Tage unseres Lebens. Auch hier beantworteten wir natürlich beide mit „JA“.

Anschließend wurden wir beide zusammen gefragt ob wir bereit sind die Kinder anzunehmen, die Gott uns schenken will und sie im Geist Christi und seiner Kirche zu erziehen. Auch hier antworteten wir beide – während wir uns ansahen – mit „JA“.

Dann wurden wir beide gefragt, ob wir bereit waren, als christliche Eheleute Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen. „JA“



Bevor wir nun den Bund der Ehe schließen konnten, wurden nun die Ringe gesegnet.

Mein Patenkind trat nun mit dem Ringesträußchen nach vorne und der Pfarrer segnete unsere Ringe.

Ich war in diesem Moment so glücklcih, dass sie uns die Ringe brachte und war so stolz auf sie. Sie sah so bezaubernd aus in ihrem Kleid und mit ihrer tollen Frisur und ich hatte sie auch einfach so lieb.



Sie strahlte aber auch bis über beide Ohren und war ebenso stolz in diesem Moment nun hier vorne zu stehen.



Nachdem die Ringe gesegnet waren, durfte mein Mann mit dem Eheversprechen beginnen. Ich war so gespannt und so glücklich gleichzeitig aber auch so aufgeregt und nervös.

Wir mussten erst mal kucken, welcher Ring meiner war, denn so in der Aufregung konnten wir sie auf den Blumen kaum unterscheiden.




Mein Mann fädelte den Ring vom Sträußchen,  das mein Patenkind uns entgegen hielt , der Pfarrer hielt ihm das Buch mit dem Eheversprechen zur Sicherheit ablese bereit hin und mein Mann begann mit nun leicht nervöser Stimme:
Martina, vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau.

Er musste kurz schlucken und man merkte ihm an, dass dieser Moment auch ihm wirklich grad wahnsinnig viel bedeutete und er die Fassung bewahren musste.

Ich verspreche dir die Treue in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod uns scheidet.

Ich will dich lieben, achten und ehren, alle Tage meines Lebens.

Dabei sah er mir immer wieder zu mir auf und strahlte mich an. Ich war total gerührt und vollkommen eingenommen von diesem Moment.

Er nahm meine rechte Hand, steckte mir den Ring an den Finger und sprach währenddessen: Drum trage diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue.. im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes.




Puh, mein Herz begann wieder wie wild zu schlagen, nun nahm ich seinen Ring vom Ringesträußchen, sah meinen Mann kurz an und suchte dann meinen Text im Buch das mir der Pfarrer hinhielt.. Der Text war zum Glück sehr groß geschrieben, so dass ich ihn glaubte auch sofort gefunden zu haben, aber bereits während ich sprach, musste ich kurz schlucken…


Ich begann: Stefan, vor Gottes Angesicht… und jetzt musste ich kurz arg überlegen.. da stand nämlich: Nehme ich dich an als meine Frau… aber ich war doch die Frau.. also bin ich in Sekundenbruchteilen nach oben geeilt mit den Augen, da stand aber Martina, hiermit nehme ich dich an als meine Frau.. also wieder in Sekundenbruchteilen nach unten geeilt und war kurz wirklich sehr irritiert um dann ganz kurz meinen logischen und gesunden Menschenverstand hervorzuholen um dann eben aus eigener Überzeugung zu sagen:

Stefan, hiermit nehme ich dich an als meinen Mann… uff.. ja, das war richtig, mir sackte ein Stein vom Herz ich hatte solche Angst den Moment zu versauen..

Der Pfarrer sah mich kurz irritiert an und ich sprach weiter, während ich immer wieder zwischendurch meinem Mann in die Augen sah:

Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod uns scheidet.

Ich will dich lieben, achten und ehren, alle Tage meines Lebens.

Ich nahm seine Hand, er hielt mir zuerst die linke Hand hin um sich dann schnell zu korrigieren und mir die rechte Hand zu geben und ich steckte ihm den Ehering an den Finger mit den Worten:

Drum trage diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes.


Puh, ich habe es geschafft, mich durchströmte in diesem Moment dermaßen Aufregung in Verbindung mit Glücksgefühlen, es war wirklich Wahnsinn, wie intensiv sich das alles plötzlich anfühlte, ich war so glücklich, dass man es kaum beschreiben kann.



Wir reichten nun einander die rechte Hand und der Pfarrer gab das Band um unsere Hände um im Namen Gotte den Bund den wir nun geschlossen haben zu bestätigen.



Er entfernte das Band, nickte uns kurz zu, ebenso den Sängern um ihnen den Einsatz für unser nächstes Lied zu geben.

Die Musik setzte ein und die Sängerin begann mit dem Lied JA von Silbermond.




Wir standen beide ein wenig unsicher da weil wir darauf warteten dass uns jemand sagte, dass wir uns nun küssen dürfen aber das tat keiner. Also beschlossen wir selbst, dass wir uns jetzt küssen dürfen und küssten uns überglücklich während die ersten Töne des Lieder erklangen..



Unsere Gäste und wir konnten uns nun hinsetzen, nur die beiden Trauzeugen blieben neben uns stehen und wir genossen das Lied in vollen Zügen. Wir konnten es nicht fassen, nun waren wir also auch kirchlich verheiratet und wir waren beide einfach nur glücklich und mussten uns direkt noch einmal küssen bevor wir gemeinsam das Lied und den tollen Text genossen.


Ich bin verlor´n in deiner Mitte
machst mich zum Kämpfer ohne Visier
alles gedreht - Sinne wie benebelt
ich bin so heillos betrunken von dir..

Du wärmst mich auf mit deinem Wesen
und lässt nicht einen Zentimeter unverschont
du flutest alle meine Decks mit Hoffnung
auf ein echtes Leben vor dem Tod

Ja ich atme dich
ja ich brenn für dich
ja ich leb für dich
jeden Tag

Und ja  du spiegelst mich
und ja ich schwör auf dich und jede meiner Fasern
sagt JA

Es ist noch immer so schwer zu glauben 
wie du die meisten meiner Fehler übersiehst
du erdest jeden meiner Gedanken
verleihst Flügel wenn Zweifel überwiegt

Ja ich atme dich
ja ich brenn für dich
 ja ich leb für dich
jeden Tag

Und ja du spiegelst mich
und ja ich schwör auf dich und jede meiner Fasern 
sagt JA

 JA zu jedem Tag mit dir
Ja zu jedem deiner Fehler
Asche und Gold - ich trag alles mit dir
denn ich bin und bleib verlor´n
in deiner Mitte
in deiner Mitte
bis der Vorhang fällt

Ja ich atme dich
ja ich brenn für dich
 ja ich leb für dich 
jeden Tag

Und ja ich liebe dich
und ja ich schwör auf dich und jede meiner Fasern
sagt JA


Wir hielten uns während des ganzen Liedes bei der Hand und haben den Moment nach dem JA-Wort einfach zusammen genossen und auf uns wirken lassen. 
Die Sängerin war der absolute Hammer. Ich hatte Gänsehaut ohne Ende und nun liefen bei mir auch wirklich die Tränen. Mein Mann hatte zum Glück ein Taschentuch für mich eingesteckt, denn ich konnte mich nicht mehr zurückhalten. Ich musste ab dem Zeitpunkt abwechselnd grinsen und heulen.
 


 
Fotos: Profifotos H. Pastyrik, Pegnitz ; privat

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