Sonntag, 16. August 2015

Märchenhochzeit - Episode 42 - denn ab heute gehen wir zu Dritt gemeinsam weiter



Ein Umweg kommt selten allein über Stock und Stein zum langersehnten Happy End 

... denn ab heute gehen wir zu Dritt gemeinsam weiter

Es folgte gleich das Evangelium. Hier haben wir uns das Evangelium nach Matthäus (MT 18,19 – 20) ausgesucht.. es ist sehr kurz und bestand eigentlich nur aus der Aussage: Denn wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.





Wir fanden die Aussage einfach so toll und hätte nicht passender sein können.


Ich stellte aber plötzlich fest, dass wir einen kleinen weiteren Gast unter uns hatten. Auf unserem Kirchenheft hat sich ein kleiner Marienkäfer niedergelassen. Leider gibt es davon kein Foto, da ich ja schlecht rufen konnte, hey hier sitzt ein Marienkäfer mach mal bitte schnell ein Foto.. aber das brauchte ich auch gar nicht, denn das werde ich vermutlich eh nicht vergessen, ich fand es nämlich total süß, dass sich ausgerechnet heute ein kleiner Marienkäfer hier in die Kirche verirrt hatte und dann auch noch ausgerechnet auf dem Kirchenheft des Brautpaares niederließ und munter darauf herumkrabbelte.. allerdings war er dann irgendwann leider verschwunden, ich dachte er wäre weitergeflogen, aber da hatte ich mich geirrt.. mehr dazu dann später.



Ich muss noch kurz erwähnen, wo ich grad vom Kirchenheft erzähle, dass ich tatsächlich vergessen habe, uns beiden selbst ein Exemplar bereit zu legen und der Pfarrer das beim ersten Lied schon gemerkt hatte und einen Ministranten zu uns schickte um uns ein Kirchenheft zu geben, das fand ich sehr aufmerksam von ihm und sehr nett.



Unser Pfarrer begann daraufhin gleich mit seiner Predigt.. er begann damit dass wir uns heute etwas zutrauen und uns mit unserer Familie und unseren Freunden daher hier gemeinsam versammelt haben.  Wir wollen uns heute vor unseren Familien und Freunden und vor Gott die Ehe versprechen.

Dass der Schritt schon etwas Besonderes ist und auch gewagt ist denn es ist bestimmt nicht immer leicht. Denn wenn wir uns daran erinnern, als wir noch nicht zusammen gewohnt haben, das oft schon leicht , auch bequem und einfach war, wenn man einfach immer wieder machen konnte was man wollte und sich nicht immer nach dem Anderen richten musste als dann, nachdem wir zusammen gezogen sind (er hat dies sehr persönlich gestaltet, da wir ja schon seit 16 Jahren mittlerweile zusammen waren und aufgrund langjähriger Wochenendbeziehung usw. doch schon einiges durch hatten aber erst nach fast 14 Jahren zusammen ziehen konnten).

Dass das Zusammenleben auch einiges erfordert, man muss Rücksicht aufeinander nehmen auch auf die Schwächen und Macken des anderen eingehen muss, die am Anfang der Beziehung vielleicht noch ganz süß sind. Aber dass es auch so vieles viel schöner und einfacher macht, weil man sich gegenseitig hat, sich gegenseitig unterstützen kann, füreinander da ist und zusammen vieles leichter und einfacher wird weil man sich gegenseitig hilft und füreinander da ist.

Dass wir allerdings schon eine Zeit der Güte, Demut, Milde, Liebe, nämlich schon über 15 Jahre lang  schon gemeinsam durchlebt haben.  Heute haben wir aber den nächsten Schritt gewagt und sind gemeinsam vor Gott getreten. Bisher haben wir das auf dem Standesamt bereits besiegelt. Aber heute sind wir hierher in die Kirche gekommen um uns die Ehe auch vor Gott zu versprechen. Und damit kommt heute ein Dritter ins Spiel. Wir sind nicht mehr nur zu zweit. Er festigt unseren Bund, stärkt unsere Liebe zueinander und gibt uns auch in den schweren Zeiten Halt und Sicherheit.

Hier war ich nun emotional so ergriffen, dass ich mich wirklich zusammenreißen musste nicht richtig loszuheulen. Ich fand das so toll was er da gesagt hat. Mein Mann und ich haben uns immer wieder angesehen und hörten gespannt weiter zu was der Pfarrer zu sagen hatte.





In den schweren Zeiten ist Gott für uns immer da. Wir werden ihn nicht immer brauchen aber wenn Familie und Freunde mal nicht für uns da sein können, springt Gott für sie ein und wird uns immer beschützen.

Er hat ein Zitat von unserem ehemaligen Papst Benedikt gebracht, in dem er gesagt hat, Gott ist die Liebe. Die Liebe die uns heute hierher geführt hat, diese Liebe geht von Gott aus. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da ist Er mitten drin dabei.

Unsere Liebe zueinander und die Liebe Gottes hat uns heute diesen Schritt gehen lassen, zueinander JA zu sagen. Einen Schritt zu dem Mut und Entschlossenheit gehört. Wir trauen uns heute zueinander und zu einem gemeinsamen Leben JA zu sagen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns mit seiner Liebe begleitet und uns nicht alleine lässt, denn ab heute gehen wir zu Dritt gemeinsam weiter.



Nun kam unser nächstes Sängerlied.. das haben beide gemeinsam gesungen und ich freute mich sehr darauf. Dieses Lied hatten wir damals bereits im Standesamt und es hat mir sehr viel bei der Hochzeit bedeutet und durfte auf keinen Fall fehlen. Es war eindeutig das Lied das für unsere Hochzeit stand. Sie sangen „Weilst a Herz hast wie a Bergwerk“ in einer Duett-Version.. wunderwunderschön!





Weil du stolz bist wenn du wanst

 und di trotzdem zuwe lahnst

 wül i di

Wei ma warm wird wenn Du lachst

und an Herbst zum Summa machst

wül i di

Weil a bissl Glick für di no lang net reicht

Weilst bei mir bleibst wenn da beste Freind si schleicht

Weilst a Herz hast wia a Bergwerk

Weilst da Wahnsinn bist für mi

steh i auf di



Weil i mit dir oid werdn konn

weil ma ewig Kinder san

brauch i di

Weilst des Brennen in mir fühlst

 und mi nie besitzen wüst

brauch i di

Weilst den Grund warumst bei mir bist nimma wast

Weilst an mir einfach an Narrn gfressn host

Weil i nur bei dir daham bin

weilst da Wahnsinn bist für mi

steh i auf di



 Weil a bissl Glick für di no lang ned reicht

 Weilst bei mir bleibst wenn da beste Freund si schleicht

 Weilst a Herz host wia a Bergwerk

 Weilst da Wahnsinn bist für mi

steh i auf di

Weilst a Herz hast wia a Bergwerk

Weilst a Wahnsinn bist für mi

 steh i auf di




Es dauerte nur ein paar Sekunden und jetzt sah ich dass auch mein Mann total ergriffen neben mir saß.. Er kämpfte selbst auch mit den Tränen und versuchte das irgendwie runterzuschlucken. Um mich war es auch geschehen und ich genoss einfach so diesen Moment, ich ging das komplette Lied innerlich mit, denn es begleitet mich seit Jahren durch die Vorbereitungszeit, auch damals schon vor dem Standesamt, und ich kann es in und auswendig. Jede einzelne Silbe dieses Liedes habe ich wirklich mitgelebt und so langsam stieg auch bei uns beiden wieder die Aufregung denn wir wussten, dass es jetzt so weit war und wir uns jetzt noch einmal das Ja- Wort gaben..



Fotos: Profifotos H. Pastyrik, Pegnitz ; privat

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