Sonntag, 12. Juli 2015

Märchenhochzeit - Episode 30 Getting Ready





Ein Umweg kommt selten allein über Stock und Stein zum langersehnten Happy End 

Episode 30 - Getting Ready ... die Verwandlung zur Braut


Als erstes packten wir mein Kleid schön vorsichtig aus und drappierten es bereit zum Einstieg auf dem Boden, so wie es uns die Vekäuferin im Brautladen gezeigt hatte..

Na gut, zugegeben, es sah weniger perfekt aus als im Brautladen.. aber egal, hauptsache ich konnte gut hineinsteigen ;)

Da ich bereits den Foto bereit gelegt hatte, knipste ich vom Kleid, dass da so auf dem Boden auf mich wartete, ein erstes Foto… nun konnte es losgehen, das „Getting Ready“ konnte beginnen..






Währenddessen rief meine Mama durch das gekippte Fenster schnell ihren Lebensgefährten (der stand nämlich zusammen mit meinen Schwiegereltern und meinem Schwager unten im Garten) damit er hoch kam um das Ankleiden fotografisch festzuhalten.

Als ich damit beschäftigt war vorsichtig in mein Kleid zu steigen und wir es hochzogen klopfte es an der Tür und mein Mann verabschiedete sich durch die geschlossene Tür.. wir werden uns also erst wieder in der Eremitage zu den First-Look-Bildern sehen.



Als wir das Kleid hochgezogen hatten klopfte es wieder und P., der Lebensgefährte meiner Mutter, kam rein. Die ersten Bilder beim Schnüren des Kleides konnten so auch entstehen.









Das Schnüren dauerte schon seine Zeit und ich hatte bereits jetzt dauernd das Gefühl dass das Kleid nicht hunderprozentig richtig saß.. Als wir es zur Hälfte ungefähr geschnürt hatten, merkte ich dass es einfach nicht passt. Hilft alles nichts, alles nochmal aufmachen und auf Anfang. Kleid nochmal hoch in Position gerutscht, schön fest unter der Brust mit meinen Armen und Händen fixiert und auf ein Neues!

Reihe für Reihe wurde das Satinband durchgefädelt und meine Mutter zog alles schön fest. Als sie irgendwann ganz unten war und versucht hat alles zu und fest zu machen, merkte ich wieder, dass es oben begann zu rutschen. Das darf doch nicht wahr sein.

Meine Mutter sah sich alles nochmal genau an und wir stellten fest, dass das, was ich seit dem Abstecktermin nochmal abgenommen hatte sich jetzt beim Kleid doch mehr auswirkt als ich gedacht habe und wir jetzt wirklich noch ein drittes Mal schnüren müssen. Denn es half ja alles nichts, das Kleid muss auf jeden Fall sitzen und noch wichtiger: Es muss halten!

Aller guten Dinge sind drei, also wurde nochmal ein Teil aufgelockert und jetzt hat sie wirklich so fest gezogen, dass ich mich gut auf den Boden stellen musste um nicht umzufallen. Aber es war ja gut so denn jetzt hatte  ich auch das Gefühl dass es fester war und ich mich mehr bewegen konnte ohne dass irgendetwas begann zu rutschen. Viel mehr konnte aber gar nicht mehr geschnürt werden. Hätte ich noch ein wenig mehr abgenommen hätte das Kleid nochmal enger gemacht werden müssen.

Jetzt wusste ich auch mal, wie die Frauen sich früher gefühlt haben auf den Burgen und Schlössern, die jeden Tag so etwas geschnürtes trugen und ich wusste auch warum da immer so viel Personal drum herum benötigt wurde.

Ab dem ersten Moment nachdem ich mein Bein in den Kleiderhaufen am Boden gesteckt habe und das Kleid an mir hochgezogen habe, war ich schon glücklich. Das Kleid war mein absolutes Traumkleid ich habe mich so sehr darauf gefreut es endlich tragen zu dürfen und das sollte sich auch den ganzen langen Tag nicht mehr ändern. Ich liebte dieses Kleid über alles und hätte mir kein schöneres vorstellen können. Es trug sich total leicht und fühlte sich an als wenn es einfach an einen gehört. Als wäre es das normalste der Welt darin durch die Gegend zu laufen.

Als ich komplett fertig angezogen war, legte ich noch meine wunderschönen Ohrringe an, steckte meinen Ehering an (wir waren ja schon offiziell verheiratet also durfte, nein musste sogar der Ring bereits mit auf die Fotos) und fertig war die Braut!



Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet uns dass wir noch sehr gut in der Zeit waren aber uns langsam auf den Weg machen sollten. Ich musste ja noch erst über die Treppe hinunter, letze Dinge einpacken, usw.

Naja, und nachdem ich jetzt endlich drin war in dem Traum von Kleid, musste ich mal für kleine Bräute.. aber besser jetzt noch schnell als dann wenn wir unterwegs sind. Und so konnte ich schon mal eine kleine Generalprobe machen in aller Ruhe..

Es war nämlich gar nicht so einfach, eben mal auf die Toilette zu gehen. Ich war eigentlich froh dass ich das jetzt mal in Ruhe noch einmal üben konnte ;)



Nachdem alles erledigt war, wir die letzten Kleinigkeiten noch verstaut haben sind wir nach draußen. Die Treppe war ein kleiner Zittermoment für mich.. Einen Monat vor der standesamtlichen Hochzeit bin ich schon mal in einem Cocktailkleid in meiner alten Wohnung ca. 11 Steintreppenstufen auf den Schienbeinen hinuntergepurzelt. Seitdem sind Treppen nicht meine besten Freunde aber mit dem Kleid hier unsere schmale Treppe jetzt hinunterzukommen und das auch noch sicher und ohne Verletzungen und vor allem vollständig und heil, hat mich tatsächlich kurz schwitzen lassen.

Aber auch das habe ich geschafft und nun spürte ich langsam, wie meine Nervosität wieder die Oberhand gewann. In ca. einer halben Stunde werde ich meinen Mann treffen und dann sehen wir uns zum ersten Mal als Braut und Bräutigam und das vor einer wunderschönen Kulisse..

Jetzt sah ich auch zum ersten Mal unser tolles Auto das so schön hochzeitlich geschmückt war. Der Blumenschmuck – unser Herz – auf dem Auto war wirklich wunderschön und ich konnte mich daran schon kaum satt sehen.




Jetzt war ich auch richtig gespannt auf meinen Brautstrauß, den mir mein Mann dann in der Eremitage überreichen wird.

Im Garten haben wir schnell noch ein erstes Foto von mir als fertige Braut gemacht.





Außerdem habe ich auch meine Nachbarin gleich noch getroffen. Sie hat mich auch sehr bewundert und mir gesagt wie toll ich aussehe und dass sie uns beiden nochmal für den heutigen Tag von Herzen alles Gute wünscht! 

Oh, war das schön, ich konnte irgendwie nur so vor mich hin grinsen und wollte nun auch endlich los!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen