Samstag, 13. Juni 2015

Märchenhochzeit - Episode 14



 Ein Umweg kommt selten allein über Stock und Stein zum langersehnten Happy End 

Episode 14 - Pascal - letzte Bilder


 

Am nächsten Tag – es war der Dienstag vor der Hochzeit – musste ich ziemlich früh raus weil ich für 8.30 Uhr bereits einen Friseurtermin hatte. Da freute ich mich aber richtig drauf denn das war einfach mal nur für mich und tat gut. Bei meiner Friseurin fühlte ich mich immer verstanden und gut aufgehoben. Sie hat mir die Spitzen etwas nachgeschnitten damit die Locken am Hochzeitstag auch schön fallen können und ich habe mich mal richtig ausgeschimpft über alles Mögliche und dann hat sie sich zur Abwechslung ausgeschimpft, so dass ich richtig gut abgelenkt war von meinen Katastrophen.

Nach dem Friseurtermin fuhr ich weiter in die nächste Stadt, da wollte ich meiner kleinen Schwester  im Krankenhaus einen Besuch abstatten.  Als ich auf dem Parkplatz war erfuhr ich dass sie wohl doch noch heute nach Hause darf aber da ich ja schon dort war beschloss ich trotzdem noch zu ihr rein zu kucken. Und tatsächlich. Sie wartete, bis die letzte Infusion durch war und durfte dann nach Hause. Was für ein Glück, wir waren alle wirklich sehr erleichtert dass es nichts schlimmes war und sie schnell wieder fit war und haben uns auch sehr gefreut dass es ihr wieder besser geht und sie auch an der Hochzeit dabei sein kann. Denn ohne, das wäre ja undenkbar gewesen.. So haben wir noch ewig gequatscht und ich habe die Zeit mit ihr gar überbrückt bis sie nach Hause durfte. War ich glücklich, dass es ihr wieder besser ging und sie auch nicht operiert werden musste. Das wäre jetzt wirklich der absolute Supergau gewesen!

Nachdem ich eh in der Stadt war bin ich auch gleich noch zum Juwelier und habe endlich unsere Ringe abgeholt.. wie schön sie wieder glänzten. Man sah zwar dass sie nicht mehr neu waren und auch die kleine Macke die mein Ring bereits hatte, war nicht ganz weggegangen, aber das machte ja nichts. Schließlich waren das Eheringe, die jeden Tag getragen werden. Und das sieht man eben auch irgendwann, was auch irgendwie schön ist.

Da ich ganz gut in der Zeit war bin ich gleich weiter um endlich die weiteren Süßigkeiten für die Candybar zu kaufen. Es lief grad echt gut, das muss man ausnutzen. Ich habe alles bekommen, was ich besorgen wollte und hab dann direkt beim Tierarzt angerufen dass ich jetzt Zeit hätte. Trifft sich gut, ihm passt es auch ganz gut. Also ab in den Stall..

Nach einer weiteren Untersuchung haben wir festgestellt, dass Pascal sich wohl einfach die Bänder gezehrt hat auf der Koppel und das eben einfach dauert und er jetzt Schonung braucht, weiterhin bandagiert werden muss und außerdem ließ er mir ein Medikament da, das er jeden Tag einmal bekommen sollte.
Ich war beruhigt, dass es wohl doch nichts schlimmeres war, auch wenn das hieß dass ich mindestens zweimal täglich in den Stall muss um zu bandagieren usw. aber das war absolut in Ordnung, mein Pferd hatte oberste Priorität! Und es verschaffte mir so gesehen immer wieder kleine Auszeiten vom Vorbereitungsstress.. auch wenn das Pferd zu versorgen war, war das Erholung für die Seele. Im Stall bei meinem Pferd ging es mir einfach gut, auch wenn ich gar nicht reiten konnte.

An diesem Tag entstanden durch Zufall wieder ein paar Fotos von Pascal. Diese habe ich mit dem Handy gemacht, ganz spontan.. zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das die letzten Bilder von Pascal werden sollten... Ihr könnt euch vorstellen, was mir diese Bilder wert sind. Sie bedeuten mir ALLES!!! Für nichts in der Welt würde ich eines davon missen wollen. Sie sind von unglaublichem Wert für mich. 
Hier habe ich noch eine Erinnerung daran, dass er trotz seinem dicken Fuß, der ihm auf der Koppel überhaupt keine Umstände machte, noch schöne letzte Tage hatte. Im Kreise seiner Familie, nämlich seiner Herde.. inmitten von Hassan, Nando, Zottel und Struppie. Seine Pferdefamilie. Bis zum letzten Tag konnte er im Stall und auf der Koppel ein und aus gehen wie er wollte, sein Leben genießen und in Ruhe einfach Pferd sein. Er hat sich gewälzt, hat gefressen, war auf der Koppel wann er wollte, war bei den anderen Pferden wann er wollte. Das alls ist wirklich irgendwie ein Trost für mich. Denn ich weiß, dass nicht viele Pferde dieses Glück haben und einfach Pferd sein dürfen. Ich hätte es ihm aber noch soooo lange gegönnt und auch gewünscht. Er hatte es nicht verdient, so früh gehen zu müssen. Ich kann es irgendwie immernoch nicht glauben und er fehlt mir wirklich ohne Ende. In meinem Leben ist wirklich eine riesengroße Lücke entstanden, die ich momentan einfach nicht füllen kann.

Natürlich will ich die letzten Fotos von Pascal hier auch nochmal teilen, denn das ist für ewig und so bleibt er auch ein bisschen mehr lebendig in der Erinnerung.. auch wenn er nicht mehr da ist, diese Bilder kann mir keiner mehr nehmen.. und dafür bin ich wirklich sehr sehr dankbar..






















 Pascal, mein toller Schatz...



 

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