Mittwoch, 10. Juni 2015

Märchenhochzeit - Episode 11



 Ein Umweg kommt selten allein über Stock und Stein zum langersehnten Happy End 

Episode 11 - Marmelade die Erste - jetzt geht es richtig los



 Am nächsten Tag bekam ich morgens eine Nachricht von meiner Schwester: Sie schrieb ich soll mal zu Pascal kucken, er lahmt… oh neiiiiin…..

Ich habe mit meiner Schwester ausgemacht dass ich spätnachmittags nach dem Termin bei der Schneiderin vorbei komme und wir Pascals Fuß dann genauer ankucken. Da der Tierarzt nachmittags selbst in der Praxis Termine hatte, könnte er – falls wir einen bräuchten – ohnehin erst abends mit ihm rechnen (solange nichts akutes schlimmeres war zog er es vor, abends nach seiner gewöhnlichen Sprechstunde vorbei zu kommen).
Also nahm ich mir nun vor endlich mit der Marmelade zu beginnen. Nebenbei hörte ich Radio und auch den Wetterbericht. Da sagten sie dass es die Woche über schön wird und ab Donnerstag dann der letzte schöne Tag sein soll. Freitag wird es deutlich kühler und überall Regen, der dann auch Samstag weiterhin fleißig überall niedergehen soll. Oh neiiiin!! Bitte K E I N  Regen!! Ich hatte mir das doch gestern schon so schön ausgemalt, wie toll es bei unserer Kirche wird und da ist kein Platz für Regen! Meine Gedanken wurden unterbrochen durch das Telefon..  ein Anruf unseres Fotografen.. oh je, warum ruft er mich an? Bitte nicht die nächste Hiobsbotschaft. Aber - im Gegenteil, es war ein erfreuliches Gespräch! Er wollte sich nämlich einfach erkundigen, ob alles so bleibt wie wir es ausgemacht hatten und um welche Uhrzeit wir uns nun genau treffen wollen usw. damit es da auch ja keine Missverständnisse gab. Das lobe ich mir doch mal! Der Fotograf frägt bei der Braut nach und erkundigt sich ob alles in Ordnung ist. Was für ein toller Fotograf, ich bin echt begeistert!
Wir haben ein wenig geredet und ich erzählte ihm von meinen Befürchtungen dass das Wetter schlecht wird.
Er beruhigte mich sofort in dem er mich fragte: Frau H. jetzt sagen sie einmal.. wieso sollte es ausgerechnet an diesem Tag regnen? Ich erklärte ihm dass ich grad den Wetterbericht gehört hatte und dass ja dann alles ins Wasser fiel und unser Shooting nicht klappt. Er redete weiterhin in seiner sehr ruhigen Art auf mich ein, dass es bis zu dem Tag noch gar nicht klar wäre und er auf keinen Fall mit Regen rechnet, schließlich hatten wir bei unserem Vorshooting auch schon so viel Glück und das wird schon. Sollte der Worstcase-Fall eintreten – was nicht passieren wird – werden wir auch eine Lösung finden für diesen Tag, aber er ist sich sicher wir brauchen keine Lösung. Um mich zu beruhigen sagte er gleich zu ein Nachshooting zu machen, sollte es doch gussnieder regnen.
Als er nachhakte wie es mir sonst so ginge und ich ihm von den ganzen Dingen erzählte die alle schief gehen meinte er auch wieder in seiner ganz ruhigen Art zu mir dass das doch alles nur Nebensächlichkeiten wären und das Wichtigste wäre doch dass mein Mann und ich an dem Tag einfach nur glücklich in unserem Kleid und Anzug da sind, die Ringe haben und in die Kirche zum Heiraten gehen und er da ist um die Fotos zu machen..  mehr braucht es doch nicht, das ist die Pflicht und der Rest wäre doch nur das Plus oben drauf.. Er meinte dass es sicherlich ein wunderschöner Tag werden wird und was immer auch im Vorfeld schief gehen möge, wir sind an dem Tag einfach nur für uns da und sind glücklich, der Rest läuft dann von alleine. Ach, er war wirklich ein Engel und nach dem Telefonat ging es mir tatsächlich besser.
Also wollte ich mich dran machen das Obst zu schneiden, das ich am Wochenende besorgt hatte.. doch was war das.. die Ananasfrüchte rochen total sauer, obwohl sie kühl gelagert waren.. och neeeeee… das darf doch jetzt nicht wahr sein…
Mir blieb nichts anderes übrig als nochmal loszufahren und neues Obst für die Marmelade zu kaufen. Ich könnte heulen, was geht denn noch alles schief.

Als ich wieder zuhause war, konnte es endlich losgehen.. Marmelade- die erste!!
Hier ein paar Eindrücke meiner Koch-Orgie: 






Ein paar Stunden später hatte ich die ersten 36 Gläser fertig und war sehr stolz auf mich! Die ganze Wohnung roch nach dieser köstlichen Marmelade und ich hätte am liebsten direkt die ersten Gläser ausgelöffelt..
Sie sah toll aus, roch lecker und schmeckte auch gut (ein Schälchen hatte ich für uns weggestellt. Bei jeder Portion blieb ein kleiner Rest übrig, so hatten wir beide nun auch etwas davon).
Jetzt aber schnell umgezogen und losgefahren, denn gleich trafen wir uns bei der Schneiderin zum Abstecktermin für die Brautmädchenkleider. Diese sollten ja nach den angegebenen Größen genäht werden, ich war wirklich gespannt!

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