Sonntag, 31. Mai 2015

Unsere Märchenhochzeit - Episode 2




Ein Umweg kommt selten allein über Stock und Stein zum langersehnten Happy End 

Episode 2  - Des Kaisers neue Kleider..





Am selben Tag haben wir direkt noch beim Edekamarkt angerufen und nachgefragt wegen des Weines, ob der noch kurzfristig bestellbar ist. Immerhin wollten wir ca. 30 Flaschen besorgen..

Juhuuu, das scheint noch zu klappen, wir können  am Abend noch vorbei kommen  und die Bestellung aufgeben und Samstag können wir den Wein dann abholen. Das würde gerade noch reichen.

Als ich das Thema in trockenen Tüchern sah kam mein Mann aber noch auf die Idee zum Wein noch einen Kaffee dazu zu geben. Dafür könne man ja schöne Geschenktüten besorgen in die man den Kaffee dann gibt. Aha, die Planungslaune beim Mann war geweckt. Er hat aber auch sofort vorgeschlagen das zu übernehmen und tatsächlich in unserer Farbe passende Geschenktüten in pink entdeckt die wir dann am selben Abend noch bestellt haben. Versand innerhalb von 3 Werktagen, müsste also am Wochenende auch da sein. Ich war begeistert, das hat er gut hinbekommen!


Die letzte Arbeitswoche war also sehr turbulent und ich sehnte so sehr den Urlaub herbei. Dann ist genau noch eine Woche Zeit den Rest zu erledigen.


In dieser Woche haben wir auch unsere Eheringe abgelegt.. das war ein eigenartiges Gefühl, immerhin tragen wir sie bereits seit 2 ½ Jahren und das jeden Tag. Der Juwelier bei dem wir sie damals gekauft haben – übrigens ziemlich genau vor 3 Jahren im Mai 2012 – hat uns gesagt dass wir sie einmal kostenlos aufbereiten lassen dürfen. Das haben wir uns aufgehoben um sie für die Kirche nochmal richtig schick und glänzend zu machen. Nun war es also so weit. Ab dem Zeitpunkt ertappten wir uns immer wieder dabei, wie wir erschrocken am Ringfinger rumtasten und denken wir haben den Ring verloren. Aber es waren ja nur noch eineinhalb Wochen, bis wir sie uns wieder anstecken durften.

So langsam wurde alles offziell. Auch im Kirchenzettel standen wir nun offziell drin. 16.05.2015 Trauung Stefan und Martina, da stand es schwarz auf weiß, ein sehr aufregendes Gefühl, jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Da ich voller Vorfreude war fuhr ich auch an unserer Kirche vorbei um einfach mal zu kucken was die Natur so macht. Ich war begeistert, alles wurde so langsam grün und di Vorstellung, da bald als Braut und Bräutigam zu stehen, verursachte richtiges Bauchkribbeln. Die Kirche lag so idyllisch und das frische Grün ließ die Vorfreude weiter wachsen. 




Etwas glückselig gingen die Planungen weiter, bis mich ein Anruf der Schneiderin in der Arbeit erreichte.. es täte ihr wahnsinnig leid aber sie hat Probleme mit ihrem Lieferanten. Der Stoff wird aufgrund des Bahnstreikes nicht geliefert. Sie kann nicht nähen, weil sie definitiv keinen passenden Stoff bekommt.

Mir fiel fast der Hörer aus der Hand und erste Tränen bildeten sich während ich am Schreibtisch vor meinen Kolleginnen zu Stein erstarrte..



Die Schneiderin redete auf mich ein dass es noch nie Probleme mit der Lieferung gab aber wohl erst der falsche Stoff geliefert wurde und nun der richtige nicht nachbestellt werden könne und sie jetzt nachgesehen hat und noch einen Stoff in altrosa zuhause hätte. Ich sollte doch dringend heute noch vorbei kommen und mir diesen ankucken vielleicht wäre der ja etwas und dann würde sie mit diesem eben die Kleider nähen. Ich konnte gar nichts mehr aufnehmen.. meine Gedanken spielten lustig Karussell in der Geisterbahn und ich war einfach nur noch sauer und geschockt. Es waren nun noch genau 10 Tage bis zur Hochzeit und es gab noch nicht mal einen Stoff für die Brautmädchenkleider. Ich war fassungslos!

Aber was blieb mir anderes übrig.. nach kurzer Rücksprache mit meiner Schwester und meiner Mutter beschlossen wir uns den vorhandenen Stoff abends anzukucken in der Hoffnung dass der passt, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.



Nachdem ich mich vom ersten Schock ein wenig erholt hatte, ging im Büro auf einmal die Tür auf und ein Baum wandelte herein… ich saß da und dachte erstmal gar nichts. Dann kamen nach und nach immer mehr Leute rein und starrten mich an. Ich kapierte absolut gar nichts, als auf einmal alle um mich herum standen und mich angrinsten und herzhaft über mein absolut doofes Gesicht das ich in dem Moment gemacht habe, gelacht haben… meine Kollegen kamen alle zusammen und haben mir unser erstes Hochzeitsgeschenk überreicht. Ein Rosenstöckchen mit Geld dran. 



Ich war total baff, denn aufgrund der  vergangenen Wochen und Monate hatte ich damit überhaupt nicht gerechnet. Es war dann eine total lockere Runde, wir haben viel über die bevorstehende Hochzeit geredet alle haben sich für uns gefreut und so stieg meine Laune auch wieder etwas an. Wird schon alles gut werden, da war ich mir zumindest in dem Moment absolut sicher..

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